Seit fast zwei Jahren unterstützt der imposante Vierbeiner die Rehabilitation von Patientinnen und Patienten nach Schlaganfällen oder schweren Unfällen. Gemeinsam mit seinem Frauchen, Gabriele Kraus, Diplom-Sozialpädagogin und systemischen Therapeutin, ist Michel fest in die Therapieplanung integriert. Beide bilden ein eingespieltes Team – professionell, feinfühlig und mit einer großen Portion Herz.
Vom Welpen zum Therapieprofi
Michels Karriere begann früh: Schon als Welpe besuchte er regelmäßig die Hundeschule Waldblick in Heideck. Dort wurde der Grundstein für seine spätere Aufgabe gelegt. Seine spezialisierte Ausbildung absolvierte er gemeinsam mit seinem Frauchen bei „Therapiehunde Deutschland e.V.“, eine Schulung, die sowohl den Hund als auch den Menschen auf die verantwortungsvolle Arbeit vorbereitet.
Heute ist Michel mehr als nur ein Begleiter: Er ist ein therapeutisches Werkzeug, ein Motivator und manchmal auch ein Seelentröster. Nicht selten fließen Tränen – aus Rührung, Dankbarkeit oder einfach, weil der Kontakt zu Michel etwas bei den Patienten und Patientinnen bewegt.
Therapie auf vier Pfoten
Sobald eine ärztliche Verordnung vorliegt, können Michel und sein Frauchen ihre Arbeit aufnehmen. Die tiergestützte Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt.
Besonders geeignet ist diese Therapieform für neurologische Patientinnen und Patienten mit Bewegungseinschränkungen, Sprachstörungen, depressiven Verstimmungen oder sozialem Rückzug.
Sanfter Riese mit großem Herzen
Trotz seiner beeindruckenden Größe ist Michel ein ausgesprochener sanfter Charakter. “Manchnmal muss ich ihn ein bisschen bremsen” sagt Fr. Kraus schmunzelnd, “den er macht seine Arbeit mit so viel Freude und Enthusiasmaus, dass er sich manchmal selber vergisst.”
Wissenschaftlich gestützt
Die tiergestützte Therapie ist längst mehr als nur ein “netter Zusatz.” Studien zeigen, dass der Einsatz von Tieren in der neurologischen Rehabiltation messbare Effekte haben kann. Dazu zählen, Senkung von Stresshormonen und Cortisol, Förderung der Ausschüttung von Oxytocin, dem sogenannten Bindungshormon, postitive Effekte auf Herzfrequenz und Blutdruck, usw.
Insbesondere in der neurologischen Rehablititation wird tiergestützte Therapie daher zunehmend eingeführt und wissenschaftlich begleitet.
Jede Intervention wird individuell angepasst – sowohl an die Bedürfnisse der Patienten und Patientinnen, als auch an die Belastbarkeit des Hundes.
Selbstverständlich bekommt der vierbeinige Mitarbeiter genügend Pausen und hat einen gemütlichen Rückzugsort im Büro seines Frauchens. Das Tierwohl wird nie aus den Augen verloren.
Michel ist kein gewöhnlicher Mitarbeiter – er ist ein Brückenbauer. Zwischen Therapie und Lebensfreude, zwischen Anstrenung und Leichtigkeit, zwischen Mensch und Tier.
Und wenn er mit wedelnden Schwanz durch die Klinik läuft, dann wird schnell klar: Begleitung kann manchmal vier Poten haben.