Auf belastende und stressige Zeiten erschöpft zu reagieren, ist völlig normal. Anstrengende berufliche oder private Lebensphasen kennen wir alle. Sie sind bis zu dem Punkt normal, an dem das anhaltende Gefühl entsteht: Ich fühle mich ausgelaugt, kraftlos und ausgebrannt (Burnout). Und Sie sagen “Ich kann nicht mehr!”
Im beruflichen Kontext sind es Phasen dauerhafter Über- oder Unterforderung, permanenter Zeitdruck, Unstimmigkeiten im Team, aber auch extreme Einsatzbereitschaft, die eigene Bedürfnisse in den Hintergrund rücken lassen und zur Dauerbelastung führen. Ebenso können mangelnde Wertschätzung und fehlende Erfolgserlebnisse die Spirale in Gang setzen. Als Konsequenz folgt die Krankschreibung.
Im privaten Kontext kann das Erschöpfungssyndrom entstehen, wenn das Pensum der täglichen Haushaltsführung, Vereinbarung von Job und Kindererziehung bis hin zur Pflege von Angehörigen zur übermäßigen Belastung führt. Eine Behandlung des Burnouts ist dann oftmals ratsam.
Aber wegen einer Erschöpfung gleich in die Reha?
Ja, denn ein Erschöpfungssyndrom ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die nicht zuletzt Teilhabe einschränken und das familiäre Umfeld belasten kann.
Erste Anzeichen und Symptome eines Erschöpfungssyndroms
Stress und extreme Belastungen führen zu körperlichen und psychischen Beschwerden. Die können sich auf vielfältige Art und als Symptome eines Erschöpfungssyndroms äußern:
- Ein signifikantes Merkmal ist eine starke Dauermüdigkeit bei Betroffenen, die mit wenig Antrieb und Mutlosigkeit einhergeht.
- Fehlende Energie und abnehmende Leistungsfähigkeit im Job und/oder zu Hause. Sie sind unkonzentriert, ideenlos und eher negativ eingestellt, die Belastbarkeit nimmt ab und sind wenig entscheidungsfreudig. Immer häufiger kommt es auch zu Fehlern bei routinierten Aufgaben.
- Das Empfinden von Freude geht verloren, es bleibt eine innere Leere.
- Gefühl der Überforderung im Alltag und im Beruf.
- Das Arbeitsumfeld kann zunehmend als Belastung wahrgenommen und mit Frustration verbunden werden. Betroffene entfremden sich von ihrer Arbeit, stumpfen immer mehr ab und entwickeln eine starke emotionale Distanz gegenüber ihrer Arbeit und den Kollegen.
- Starkes Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung, die nur selten gefunden werden. Abschalten fällt Betroffenen schwer.
- Sozialer Rückzug von Familie und Freunden mit Vernachlässigung von Hobbies, Sport etc.
- Schlafstörungen
- Psychosomatische Beschwerden wie Verdauungsstörungen, Kopf- oder Rückenschmerzen
Die Symptome des Erschöpfungssyndroms gleichen vielfach denen einer Depression. Umso wichtiger ist es, eine eindeutige und fachärztliche Diagnose zu stellen, um zwischen einer bestehenden Depression und einem Erschöpfungszustand zu differenzieren.